Du kannst nachts nicht mehr auf der Seite liegen, Treppensteigen zieht außen an der Hüfte, nach längerem Sitzen tun die ersten Schritte weh – und beim Draufdrücken auf den Knochenvorsprung außen an der Hüfte zuckst du zusammen? Dann steckt sehr wahrscheinlich ein sogenanntes Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS) dahinter: eine Reizung der Gesäßsehnen am großen Rollhügel (Glutealsehnen-Tendinopathie), die früher pauschal „Schleimbeutelentzündung“ (Bursitis trochanterica) hieß. Bei backandbones. in der Würzburger Innenstadt behandeln wir das mit dem, was in Studien am besten abgeschnitten hat: Verstehen, Belastung steuern, gezielt kräftigen.

Lange galt der Schleimbeutel als Übeltäter. Heute weiß man: In den meisten Fällen sind die Sehnen der kleinen und mittleren Gesäßmuskeln (Gluteus medius und minimus) gereizt, die am großen Rollhügel (Trochanter major) ansetzen – der Schleimbeutel ist höchstens mitbeteiligt. Diese Sehnen mögen zwei Dinge nicht: zu viel Zug auf einmal, etwa wenn du plötzlich viel mehr gehst, wanderst oder läufst – und dauerhaften Druck, zum Beispiel beim Liegen auf der Seite, beim Sitzen mit überschlagenen Beinen oder beim Stehen „in die Hüfte gehängt“.
GTPS ist häufig: In einer großen Bevölkerungsstudie hatte fast jede vierte Frau und etwa jeder zwölfte Mann zwischen 50 und 79 Jahren Beschwerden an der Hüftaußenseite; Frauen sind rund dreimal so oft betroffen wie Männer, oft zusammen mit Kniearthrose oder Rückenschmerzen. Du bist damit also nicht allein – und du musst dich damit nicht abfinden. Wenn du tiefer einsteigen willst: In unserem Blogartikel erklären wir ausführlich, was hinter GTPS steckt. Diese Seite zeigt dir, wie wir es in der Praxis angehen.
Die wichtigste Studie dazu ist die australische LEAP-Studie: Menschen mit nachgewiesener Glutealsehnen-Tendinopathie bekamen entweder ein achtwöchiges Programm aus Aufklärung zur Belastung und Übungen, eine Kortisonspritze oder nur Beratung mit Abwarten. Nach acht Wochen berichteten rund drei von vier Teilnehmenden der Übungsgruppe eine deutliche Verbesserung, in der Spritzengruppe knapp sechs von zehn, in der Abwartegruppe knapp drei von zehn. Nach einem Jahr lag die Übungsgruppe bei der Gesamtverbesserung weiter vorn; beim reinen Schmerzwert waren Übung und Spritze dann vergleichbar – beide besser als Abwarten.
Für dich heißt das: Eine Spritze kann kurzfristig Erleichterung bringen, aber das Problem – eine Sehne, die mit der Belastung nicht klarkommt – löst sie nicht. Ehrlich dazu gehört auch, dass GTPS-Beschwerden oft hartnäckig sind und Geduld brauchen. Was im Programm steckt: Du lernst, welche Haltungen und Belastungen die Sehne reizen und wie du sie im Alltag entlastest, ohne dich zu schonen – und du baust die Gesäßmuskulatur schrittweise so auf, dass die Sehne wieder mehr verträgt.
Wir prüfen, ob die Beschwerden wirklich von den Glutealsehnen kommen – mit Drucktests am Trochanter und Belastungstests wie dem Einbeinstand – und schließen aus, dass Hüftgelenk oder Lendenwirbelsäule die eigentliche Quelle sind. Dazu schauen wir uns dein Gangbild und deinen Alltag an.
Du bekommst klare Hinweise, welche Positionen die Sehne zusammendrücken und wie du Gehen, Treppen und Sport so dosierst, dass die Sehne sich beruhigen kann. Manuelle Techniken setzen wir ergänzend ein, wenn die Hüfte stark gereizt ist – Dehnen der Außenseite eher nicht, weil es die Sehne zusätzlich komprimiert.
Herzstück ist ein progressives Training der seitlichen Gesäßmuskulatur und der Beinachse – in unserem Aktivraum mit Geräten, die wir fein dosieren können. Gesteigert wird nach deiner Reaktion bis zum nächsten Tag.
Wandern, Laufen, Radfahren oder einfach wieder durchschlafen: Am Ende steht ein Programm, das du selbstständig weiterführst.
Eine feste Wochenzahl können wir dir nicht nennen – Sehnen reagieren langsamer als Muskeln, und wie lange die Beschwerden schon bestehen, spielt eine große Rolle. Das Programm in der LEAP-Studie lief über acht Wochen mit Übungen, die danach weitergeführt wurden; die Verbesserung hielt in der Studie über ein Jahr an. Bei uns entscheiden Kriterien: Nachtschmerz beim Liegen auf der Seite nimmt ab, Einbeinstand und Treppe werden schmerzärmer, die Kraft der Hüftabduktoren nähert sich der Gegenseite an, und die Sehne verträgt mehr Gehstrecke, ohne dass die Beschwerden am nächsten Tag zunehmen.
Wenn der Schmerz nach einem Sturz aufgetreten ist, wenn du das Bein kaum noch seitlich anheben kannst oder deutlich hinkst, bei Fieber, Rötung oder Schwellung an der Hüfte, bei Nachtschmerz mit ungewolltem Gewichtsverlust, bei Taubheit oder Schwäche im Bein oder wenn der Schmerz vor allem in die Leiste zieht – dann sollte die Ursache zuerst ärztlich abgeklärt werden. In allen anderen Fällen kannst du mit deiner Verordnung direkt bei uns starten.
Für die Behandlung über die gesetzliche Krankenkasse brauchst du eine ärztliche Verordnung (Heilmittelverordnung). Auch private Versicherungen erstatten in der Regel nur mit Verordnung – frag im Zweifel bei deiner Versicherung nach. Den Ersttermin kannst du direkt online buchen.
Der Schleimbeutel kann mitgereizt sein, ist aber selten die eigentliche Ursache. In den meisten Fällen reagieren die Glutealsehnen auf zu viel Zug und Druck – und genau darauf zielt die Therapie.
Das entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. In der LEAP-Studie half die Spritze kurzfristig, nach einem Jahr war ein Programm aus Aufklärung und Übungen bei der Gesamtverbesserung aber überlegen. Beides lässt sich auch kombinieren.
Weil die Sehne dabei zwischen Knochen und Unterlage – oder auf der Gegenseite durch das oben liegende Bein – zusammengedrückt wird. Wir zeigen dir, wie du dich nachts lagern kannst, damit die Sehne Ruhe bekommt.
Eher nicht. Dehnungen, bei denen das Bein über die Körpermitte gezogen wird, komprimieren die Sehne am Trochanter zusätzlich. Besser ist gezielte Kräftigung – wie, zeigen wir dir im Befund.
Schmerzen außen an der Hüfte und keine Nacht mehr ohne Wachwerden? Buch dir deinen Ersttermin – 30 Minuten für Befund und Plan, direkt in der Juliuspromenade 7. Alle Kassen, privat und Selbstzahler.
Mehr zu Hüftschmerzen →Krankengymnastik am Gerät →Blog – Schmerz an der Hüftaußenseite (GTPS) →
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein über Physiotherapie bei Schmerz an der Hüftaußenseite (GTPS). Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und ist keine individuelle Behandlungsempfehlung – was für deine Hüfte passt, klären wir gemeinsam im Befund.
Quellen (Auswahl): Mellor et al., BMJ 2018 (LEAP) · Grimaldi & Fearon, J Orthop Sports Phys Ther 2015 · Grimaldi et al., Br J Sports Med 2017 · Segal et al., Arch Phys Med Rehabil 2007
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Juliuspromenade 7
97070 Würzburg
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