Ein künstliches Hüftgelenk (Hüft-TEP, Hüftprothese) ist für viele Menschen mit fortgeschrittener Hüftarthrose ein Weg zu weniger Schmerzen und mehr Bewegung. Wie sicher und belastbar die neue Hüfte im Alltag wird, hängt aber auch davon ab, was davor und danach passiert: Gangbild, Kraft in der Gesäßmuskulatur, Vertrauen ins Gelenk. Bei backandbones. in der Würzburger Innenstadt begleiten wir dich in beiden Phasen – mit einem klaren Plan und viel Zeit für deine Fragen.

Wenn der OP-Termin feststeht, lohnt es sich, die Wochen davor zu nutzen: Kraft in Gesäß und Oberschenkel, Beweglichkeit, sicheres Gehen mit Unterarmstützen und Übungen, die du nach der OP direkt weitermachen kannst. Ehrlich gesagt: Ob ein Training vor der OP das Ergebnis danach messbar verbessert, ist in Studien bisher nicht eindeutig belegt. Was du aber mitnimmst, ist Sicherheit: Du weißt, wie die Stützen funktionieren, kennst deine Übungen und startest nicht bei null. Fast-Track-Konzepte setzen genau darauf.
Und wenn du noch unsicher bist, ob eine Prothese jetzt schon der richtige Schritt ist: In einer randomisierten Studie verbesserten sich Menschen mit schwerer Hüftarthrose durch die Operation deutlich stärker als durch zwölf Wochen Krafttraining. Ob und wann operiert wird, entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt; wir helfen dir, deine Möglichkeiten realistisch einzuschätzen.
In der Klinik stehst du meist schon am OP-Tag oder am Tag danach zum ersten Mal auf. Danach folgt in der Regel eine Anschlussheilbehandlung (AHB), stationär oder ambulant. Dann beginnt die Phase, in der wir dich begleiten. Was viele nicht wissen: Die Gesäßmuskulatur ist nach einer Hüft-TEP oft über Monate schwächer als auf der Gegenseite, und Studien zeigen, dass dieses Defizit ohne gezieltes Training lange bestehen bleiben kann.
Wir schauen uns Narbe, Schwellung, Beweglichkeit, Gangbild und Kraft im Seitenvergleich an – und klären, was du wieder können willst: Treppen, Rad fahren, Garten, Wandern, Enkel.
Sicher und ohne Hinken gehen steht jetzt im Mittelpunkt – mit und ohne Stützen. Manuelle Techniken setzen wir ein, wenn Narbe oder Steifigkeit bremsen. Welche Bewegungen du anfangs meiden sollst – etwa tiefe Beugung oder Drehungen –, hängt vom Zugangsweg und den Vorgaben deines Operateurs ab; bring deinen Entlassbrief mit, wir richten uns danach.
In unserem Aktivraum trainierst du an Geräten, die sich fein dosieren lassen: seitliche Gesäßmuskulatur, Hüftstrecker, Oberschenkel, dazu Gleichgewicht, Einbeinstand und Treppe. In Studien verbesserte physiotherapeutisch angeleitetes Training nach Hüft-TEP die Kraft der Hüftabduktoren und die Gehgeschwindigkeit.
Am Ende steht, was dir wichtig ist: längere Strecken, Rad, Schwimmen, Wandern, Golf. Was davon realistisch ist, besprechen wir offen.
Wie schnell es vorangeht, ist sehr unterschiedlich – eine feste Wochenzahl können wir dir nicht nennen. Bei uns entscheidet deine Hüfte, nicht die Woche: Die Stützen kommen weg, wenn du sicher und ohne Hinken gehst; Treppe im Wechselschritt, wenn Kraft und Gleichgewicht reichen; Radfahren, wenn Beweglichkeit und Operateur es zulassen; längere Strecken und Sport, wenn die Schmerzreaktion bis zum nächsten Tag unauffällig bleibt. Ziel ist, weder zu überlasten noch unnötig lange zu schonen.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: Die Studienlage dazu, wie viel zusätzliche Physiotherapie nach einer Hüft-TEP im Durchschnitt bringt, ist uneinheitlich. Belegt sind Verbesserungen bei Kraft und Gangbild; bei der selbst eingeschätzten Funktion fand eine große Übersichtsarbeit im Mittel keinen Vorteil gegenüber der üblichen Versorgung. Deshalb arbeiten wir nicht nach Schema, sondern an dem, was bei dir messbar fehlt.
Wenn die Narbe rot, warm oder nässend wird oder du Fieber bekommst, wenn die Wade anschwillt oder schmerzt, wenn das Bein plötzlich kürzer oder verdreht wirkt, sich die Hüfte „ausgerenkt“ anfühlt oder du nach einem Sturz nicht mehr auftreten kannst – dann noch am selben Tag ärztlich abklären. Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerz oder Herzrasen sofort den Notruf 112 wählen.
Für die Behandlung über die gesetzliche Krankenkasse brauchst du eine ärztliche Verordnung (Heilmittelverordnung) – nach der AHB oft für Krankengymnastik und später Krankengymnastik am Gerät (KGG). Auch private Versicherungen erstatten in der Regel nur mit Verordnung – frag im Zweifel bei deiner Versicherung nach. Den Ersttermin kannst du direkt online buchen.
Das legt deine Ärztin oder dein Arzt nach medizinischem Bedarf fest. Der Heilmittelkatalog nennt für Gelenkerkrankungen als Orientierung bis zu 18 Behandlungen, meist ein- bis dreimal pro Woche. Nach einer Hüftprothese gilt in den ersten Monaten nach der OP ein sogenannter besonderer Verordnungsbedarf – dann ist bei Bedarf auch mehr möglich. Wenn du nach Ende einer Verordnung noch Bedarf hast, sprich es offen an; wir geben dir gern eine kurze Einschätzung für deine Ärztin oder deinen Arzt mit.
Das seitliche Absinken des Beckens beim Gehen (Trendelenburg-Hinken) entsteht meist, weil die seitliche Gesäßmuskulatur (Hüftabduktoren) nach Arthrose und OP geschwächt ist – in Studien war ihre Kraft einen Monat nach der OP um etwa ein Viertel geringer. Was hilft: gezieltes Kräftigen der Abduktoren, Gleichgewichtstraining und Gangschulung. Bleibt der Wackelgang trotz Training bestehen, sollte der Operateur draufschauen.
Dafür gibt es keine feste Zahl, und wir geben dir auch keine. Studien zeigen, dass Kraft und Muskelmasse rund um die Hüfte nach einer TEP ohne gezieltes Training auch nach Jahren noch hinter der Gegenseite liegen können – mit Training lässt sich das verbessern. Wir messen deine Kraft im Seitenvergleich und steigern, sobald die Reaktion bis zum nächsten Tag passt.
Nach aktuellen Übersichtsarbeiten kehren die meisten Menschen zu Sportarten mit niedriger bis mittlerer Belastung zurück – Gehen, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Golf. Sportarten mit vielen Sprüngen und Stößen werden eher zurückhaltend gesehen. Was bei dir passt, besprechen wir gemeinsam mit Blick auf die Empfehlung deines Operateurs.
Nach einer großen Auswertung nationaler Prothesenregister funktionieren rund sechs von zehn Hüftprothesen nach 25 Jahren noch; Daten aus Fallserien liegen etwas höher. Neuere Materialien sind in diesen Zahlen noch nicht vollständig abgebildet.
Hüft-TEP geplant oder gerade aus der Reha zurück? Buch dir deinen Ersttermin – in der Juliuspromenade 7, mitten in Würzburg. Alle Kassen, privat und Selbstzahler.
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Hinweis: Diese Seite informiert allgemein über Physiotherapie vor und nach einer Hüft-TEP. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und ist keine individuelle Behandlungsempfehlung – was für deine Hüfte passt, klären wir gemeinsam im Befund.
Quellen (Auswahl): G-BA Heilmittelkatalog · Frydendal et al., NEJM 2024 (PROHIP) · Coulter et al., J Physiother 2013 · Judd et al., Clin Orthop Relat Res 2014 · Saueressig et al., JAMA Netw Open 2021 · Sowers et al., Am J Sports Med 2023 · Evans et al., Lancet 2019
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Juliuspromenade 7
97070 Würzburg
info@backandbones.de
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